Hier wird nicht nur über berufliche Zukunft gesprochen – hier wird sie mit den eigenen Händen gestaltet. Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Projekthalle an der Gesamtschule Oelde hat die Initiative „Wir bauen ein Haus“ am Mittwoch, 14. Oktober, einen wichtigen Meilenstein erreicht. Was vor vier Jahren als außergewöhnliches Angebot zur Berufsorientierung begann, erhält nun einen dauerhaften Standort. Für die Stadt Oelde und den Initiativkreis Wirtschaft Oelde e.V. (iwo), die den Neubau gemeinsam finanziell unterstützt haben, ist die Halle weit mehr als ein Gebäude: Sie steht für eine Investition in junge Talente, die Zukunft des Handwerks und die wirtschaftliche Stärke der Region.
Wie fühlt es sich an, eine Mauer selbst hochzuziehen? Was braucht es, damit aus einzelnen Balken ein Dachstuhl wird? Und wie viel handwerkliches Geschick steckt eigentlich in einem fertigen Haus? Antworten darauf finden die Jugendlichen bei „Wir bauen ein Haus“. Unter fachkundiger Anleitung regionaler Handwerksbetriebe lernen sie verschiedene Gewerke kennen und erleben unmittelbar, wie aus Planung, Material und Teamarbeit etwas Greifbares entsteht. Dabei geht es um weit mehr als handwerkliche Fertigkeiten: Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung, lösen Probleme, arbeiten gemeinsam an Herausforderungen und entdecken möglicherweise Fähigkeiten, die ihnen zuvor gar nicht bewusst waren.
„Wer junge Menschen für das Handwerk und technische Berufe gewinnen möchte, muss ihnen die Gelegenheit geben, selbst Erfahrungen zu sammeln“, betont iwo-Vorsitzender Jörg Pott. „Genau darum geht es uns: Wir möchten Neugier wecken, Talente sichtbar machen und Jugendlichen zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten direkt vor ihrer Haustür auf sie warten.“
Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie wirkungsvoll die Zusammenarbeit zwischen Schule, Handwerk, Wirtschaft und Kommune sein kann. Die Gesamtschule Oelde, engagierte Handwerksbetriebe und das zdi-Netzwerk im Kreis Warendorf bündeln ihre Kompetenzen, um Berufsorientierung auf besondere Weise erlebbar zu machen. Der Initiativkreis Wirtschaft Oelde übernimmt als Träger des zdi-Netzwerks eine verbindende Rolle. Er bringt Akteure zusammen, fördert den Austausch zwischen Bildung und Wirtschaft und unterstützt Projekte, die jungen Menschen praxisnahe Einblicke in die Berufswelt eröffnen.
Bei ‚Wir bauen ein Haus‘ erleben wir genau das: Die Schule schafft den pädagogischen Rahmen, die Handwerksbetriebe bringen ihr Wissen und ihre Begeisterung ein, und die Stadt sorgt gemeinsam mit uns für verlässliche Voraussetzungen. So wird aus einer Idee ein nachhaltiges Angebot für die nächste Generation.
Dass diese Zusammenarbeit langfristig angelegt ist, zeigt die neue Halle am Schulstandort Bultstraße. Rund 110.000 Euro wurden in den Neubau investiert. Den größten Anteil übernimmt die Stadt Oelde mit 90.000 Euro, weitere 20.000 Euro steuert der iwo bei. Damit erhält das Projekt erstmals eine eigens auf seine Anforderungen zugeschnittene Heimat.
Zur offiziellen Eröffnung begrüßten die Projektpartner neben den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern unter anderem Regierungspräsident Andreas Bothe und Oeldes Bürgermeisterin Karin Rodeheger. Gemeinsam würdigten sie die Bedeutung des Projekts für die Berufsorientierung und die enge Verbindung zwischen Schule und regionaler Wirtschaft.
Sieben Jugendliche nehmen in diesem Jahr an der Bau-AG teil. Für sie beginnt mit der neuen Halle ein besonders spannender Abschnitt: Erstmals können sie das Projekt in Räumlichkeiten umsetzen, die dauerhaft für das praktische Arbeiten zur Verfügung stehen. Nach wechselnden Projektstandorten in den vergangenen Jahren schafft der Neubau Kontinuität und macht das gemeinsame Engagement von Schule und Wirtschaft auf dem Schulgelände sichtbar.















